FC Viktoria Köln wendet sich an Politik

Höhenberger senden Offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

25.10.2020 10:07 Uhr

Viktoria Köln

Foto: Viktoria Köln

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Der FC Viktoria Köln musste im letzten Heimspiel gegen die U 23 des FC Bayern München (3:2) gänzlich auf die Unterstützung der eigenen Fans verzichten. Deshalb haben sich die Geschäftsführer der Höhenberger, Axel Freisewinkel und Eric Bock, jetzt in einem Offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gewandt.

Den Kölnern geht es darum, dass unter Beachtung der Hygieneregeln im Rahmen der Corona-Pandemie auf regionaler Ebene die gleichen Zuschauer-Regelungen für Amateur- und Profivereine gelten. Nachfolgend der Brief im Wortlaut:

"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet, in diesen Zeiten spüren wir besonders, welch hohes Gut die Gesundheit ist und welchen Stellenwert der Schutz jedes Einzelnen einnimmt. Auch für uns als Fußballverein steht die Gesundheit unserer Mannschaften, Mitglieder und Fans an oberster Stelle. Wir sind froh, unseren Spielern, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, unter Einhaltung des Hygienekonzeptes, Vereinssport anbieten zu dürfen und somit zumindest ein wenig Normalität schaffen zu können.

Aus unserer Sicht ist der Spagat zwischen Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus einerseits und der Wahrung der Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger andererseits in den letzten Monaten gelungen. Auch im Hinblick auf unsere eigene Branche waren die Maßnahmen und Verordnungen zur Wiederzulassung von Zuschauern bei (Sport-) Veranstaltungen verhältnismäßig.

Völlig überrascht sind wir daher von der Nachricht, die uns kürzlich erreicht hat. Bisher durften wir die Spiele unseres Profiteams gemäß unseres genehmigten Hygienekonzeptes mit einer ca. 20%-igen Zuschauerauslastung bzw. seit dem Anstieg des Inzidenzwertes über 35 vor 300 Zuschauern austragen.

Nach der Information durch das Gesundheitsamt der Stadt Köln waren für unser Meisterschaftsspiel gegen die Reserve von Bayern München null Zuschauer zugelassen. Zehn Kilometer entfernt spielte der Regionalligist Fortuna Köln vor 500 Zuschauern. Wechselt man die Straßenseite bei unserer Heimspielstätte dürfen bei dem Spiel unseres Nachbarvereins in der Kreisliga bis zu 300 Zuschauer die Wettbewerbe verfolgen.

Trotz der Tatsache, dass unsere Meisterschaftsspiele auf Bundesebene und die unserer Nachbarvereine auf Regional- oder Kreisebene ausgetragen werden, werden die Spiele von den gleichen Zuschauern besucht (oder eben nicht). Nämlich ausschließlich Kölnerinnen und Kölner bzw. Menschen aus umliegenden Orten, da Gästefans bei unseren Spielen nicht zugelassen sind. Auf Rückfragen von Fußballfans zu den unterschiedlichen Regelungen können wir lediglich auf die uns gesteckten Rahmenbedingungen und die unterschiedliche Behandlung von bundesweiten und regionalen Veranstaltungen verweisen. Eine inhaltlich sinnvolle Erklärung bleibt offen.

Gerade durch unser Hygienekonzept und die Kontrolle der Abstandsregelungen, Hygiene- und Schutzmaßnahmen durch unseren Ordnungsdienst können wir eine ordnungsgemäße Durchführung unserer Veranstaltungen gewährleisten. Dies belegen die bereits erfolgreich durchgeführten Spiele in der Vergangenheit.

Nach Rücksprache mit Experten erweitern die neuen Regelungen nicht sinnvoll die Maßnahmen zum Infektionsschutz, sondern sind rein formaljuristisch begründet. Wir bitten Sie eindringlich, die Regelungen der Corona-Schutzverordnung in der ab dem 17. Oktober 2020 gültigen Fassung hinsichtlich der Gleichbehandlung von Sportvereinen zu prüfen. Für Ihre Bemühungen bedanken wir uns bereits im Voraus."

Autor: MSPW

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